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In Detmold und Blomberg zum Beispiel gehören der Gruppe Berufstätige, Hausfraün, Lehrer und Schüler an. Sie opfern viele Stunden ihrer Freizeit, um Briefe zu schreiben oder publikumswirksame Aktionen durchzuführen. Bereits Ende der 70er Jahre "adoptierten" sie den damals 24jährigen Abdelkader Amasri aus Marokko. Er hatte auf Flugblättern mehr demokratische Rechte in seinem Land gefordert. 1974 war er deshalb verhaftet und zwei Jahre später zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Mitglieder der Gruppe Detmold-Blomberg schrieben Briefe und schickten Päckchen ins Gefängnis, doch häufig erhielt der Student sie nicht. "Das brachte uns auf die Idee, seinen Namen in einen Pullover einzustricken, so daß nur er ihn anziehen konnte", erzählt die 46jährige Erzieherin Brigitte Züchner. "Dieses Paket kam bei ihm an, und von da an klappte auch der Briefwechsel besser". "Zu Weihnachten 1987 sandten ihm dann über 30 Personen Postkarten", sagt Brigittes Mann Helmut, ein 47jähriger Lehrer. "Da Amasri Deutsch lernen wollte, schickten wir ihm ein Lehrbuch." All das geschah unter Privatnamen, man gab sich nie als Amnesty-Gruppe zu erkennen. Ständig warben die Mitglieder durch Informationsstände und in Gottesdiensten um weitere Unterstützung für ihren Fall. Nach 15 Jahren Haft kam Amasri endlich frei. Er schrieb sofort an seine Freunde in Deutschland und sandte marokkanisches Gebäck als Symbol des Dankes. "Unsere Freude war groß", sagt Züchner. "Wir und die Bonner Amnesty-Zentrale haben ihn weiterhin mit Geldspenden unterstützt, damit er ein Pädagogikstudium beginnen und sich ein neüs Leben aufbaün konnte." Amasri weiß längst, daß er das alles einer Amnesty-Gruppe verdankt. "Eure Briefe hielten meinen Lebenswillen wach", schrieb er, "weil Ihr an mich gedacht und mir geholfen habt."
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