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Manuchehr Mohammadi, iranischer Studentenführer
Der gefährliche Kampf für die Freiheit – Stationen seines Lebens
25.5.1999 Erste Festnahme, als er auf einer Kundgebung eine Rede halten wollte, bei der gegen die Festnahme zweier gewaltloser Gefangener protestiert werden sollte. Von 5 unbekannten Männern wird er zusammengeschlagen und in einem Auto weggefahren. Nach seiner Freilassung am 30.5.1999 sagt er in einem Radiointerview, man habe ich während der Haft geschlagen und gezwungen, Dokumente zu unterzeichnen, wonach er Gelder aus dem Ausland und von exiliranischen Oppositionsgruppen erhalten habe.
13.7.1999 Erneute Verhaftung in Teheran. Er hatte an Studentendemonstrationen gegen die Einschränkung der Pressefreiheit teilgenommen. Als seine Familie von seiner Verhaftung erfährt, reist sie von Amol im Norden Irans nach Teheran, um ihren Sohn zu sehen.
Am 19. und 26. Juli 1999 strahlt das iranische staatliche Fernsehen in zwei Videoaufzeichnungen „Geständnisse“ von Manuchehr Mohammadi auf, in denen er aussagt, Kontakte zu „konterrevolutionären Gruppe“ unterhalten zu haben. amnesty international befürchtet, dass man diese sogenannte „Geständnisse“ unter Folter von ihm erpresst hat. Im Fernsehen erklärt das Informationsministerium, Manuchehr Mohammadi sei „für die jüngsten Unruhen verantwortlich“
28.10.1999 Manuchehr Mohammadi wird wegen seiner Beteiligung an den Studentendemonstra-tionen im Juli 1999 nach einem Geheimprozess vor einem Revolutionsgericht in einem unfairen Verfahren zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt.
November 1999 Die Haftstrafe reduziert die 21. Kammer des Teheraner Berufungsgerichts die Haftstrafe auf 7 Jahre. Trotz seines schlechten Gesundheitszustandes nah der erlittenen Folter erhält er keine angemessene ärztliche Betreuung, sein Anwalt wird in der Ausübung seines Amts behindert.
März 2000 Manuchehr Mohammadi schreibt zusammen mit anderen inhaftierten Sudenten einen offenen Brief an die oberste Richterschaft, in dem er über die unmenschlichen Bedingungen berichtet.
September 2001 Nasrin Mohammadi, eine Schwester von Manuchehr, flieht und erhält in Europa eine Aufenthaltsgenehmigung. Sie versucht seitdem, das Schicksal ihrer Brüder durch andauernde Veröffentlichungen bekannt zu machen. amnesty international befürchtet, das die andauernden Bedrohungen der Familie Mohammadi dazu dienen, Nasrin und ihre Brüder davon ab zuhalten, in die Öffentlichkeit gehen.
November 2001 Manuchehr Mohammadi tritt aus Protest gegen die Folterungen in den Hungerstreik.
2. Juni 2002 In einem offenen Brief beschreibt er seine schweren gesundheitlichen Probleme und fordert angemessene medizinische Betreuung.
November 2002 Sein Vater Muhammad Muhammadi weist in vielen Briefen an das Justizministerium und andere Behörden immer wieder auf den schlechten Gesundheitszustand seines Sohnes hin und fordert ein gerechtes Urteil, erhält aber nie eine Antwort. Manuchehr erhält einen kurzen Hafturlaub, in dem er medizinisch betreut wird.
6.-11. Juni 2003 Manuchehr Mohammadi erhält Haftverschonung zur medizinischen Behandlung. Da er in dieser Zeit Fernseh- und Radiostationen Interviews gegeben hatte, wird er nach seiner Rückkehr ins Evin-Gefängnis in Isolationshaft genommen und von Angehörigen der Revolutionsgarden wiederholt gefoltert. In einer von Ungeziefer verseuchten Zelle wird er geknebelt , in kauernder Stellung gefesselt und immer wieder geschlagen. Im Fernsehen muss er erklären, dass er sich jeglicher politischer Aktivitäten enthält.
5. September 2003 Besuch seiner Eltern. Seine Mutter fällt bei seine Anblick in Ohnmacht. Sein Gesicht ist entstellt, er kann kaum gehen und sagt nur einen Satz: „Ich bin gefoltert worden“.
8. Juli 2003 Muhammad Muhammadi, der Vater von Manuchehr und Manuchehr´s Schwester Simin reisen nach Teheran, um etwas über Manucher in Erfahrung zu bringen. Dort werden sie von Personen in Zivil verhaftet, Simin wird in Gegenwart ihres Vaters geschlagen und weggeschleppt. Als der Vater den Aufenthaltsort seiner Tochter wissen will, droht man ihm, er und Simin würden hart geschlagen, wenn sie nicht aufhören würden, weiter Fragen zu stellen. Der Vater wird in Isolationshaft genommen und erleidett dort einen Herzanfall. Man bringt ihn ins Krankenhaus des Evin-Gefängnisses .Nach Stellung einer Kaution wird er 3 Tage später entlassen Simin wurde für 14 Tage in Isolationshaft gehalten. Man verweigert ihr eine Auskunft über ihren Vater. Jede Nacht wird sie für mehrere Stunden verhört und wiederholt befragt über die Akivitäten ihrer Schwester Nasrin, die in Europa lebt und über ihren Bruder Manuchehr. Ihr werden Schläge, sogar ihre Ermordung angedroht, ihr wird gesagt, ihr können dasselbe passieren wie Zarah Kazemi. Gegen Zahlung einer Kaution von 10000 Euro wird sie ohne Anklage am 22.Juli 2003 entlassen.
24.7.2003 Mitglieder der Familie werden durch ständige Repressalien bedroht, womit man sie davon abhalten will, das Schicksal von Manuchehr öffentlich zu diskutieren.
September 2003 Wegen „verleumderischer Aussagen“, die er im Gefängnis gemacht habe, wird er zu 30 Peitschenhieben verurteilt. Zum Vollzug der Peitschenhiebe wird das Opfer ohne jegliche Bekleidung an einen Pfahl gebunden und mit einer Pferdepeitsche am ganzen Körper geschlagen.
November 2003 Die Haftstrafe wird um 2 Jahre verlängert, 1 Jahr, weil er während seines Hafturlaubs Interviews gegeben, 1 Jahr, weil er im Gefängnis politische Erklärungen abgegeben hatte.
Infolge der Folterungen und Misshandlungen sowie der Haftbedingungen verschlechtert sich sein Zustand immer mehr. Er leidet an Magen-, Darm und Nierenbeschwerden sowie an einer chronischen Zahnfleischentzündung, die Schmerzen beim Essen und Sprechen verursacht.
September 2004 Zur Behandlung seiner Zahnfleischentzündung erhält er Hafturlaub. Da er wiederum ausländischen Reportern Interviews gegeben hatte, wird er danach eine Zeit lang in Einzelhaft genommen.
6. Juli 2005 Manuchehr Mohammadi tritt erneut in den Hungerstreik, weil man ihm die dringend notwendige medizinische Behandlung außerhalb des Krankenhauses verwehrt.
20. Juli 2005 Seine Familie besucht ihn und berichtet, dass sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert hat. Er kann nicht gehen, kaum sprechen oder sehen, seine Haut ist gelb und seine Augen eingefallen. Am 24.7. fällt er zeitweise ins Koma.
4. August 2005 Seine Mutter erhält keine Erlaubnis, ihn zu besuchen. Sein Gesundheitszustand sei so schlecht, dass er nicht ins Besuchszimmer gebracht werden könne.
5. August 2005 Die Mutter protestiert zusammen mit Familienmitgliedern und anderen Frauen vor der Teheraner Universität. Die Demonstranten werden von Polizei und Geheimdienstkräften bedroht und geschlagen. Einige von ihnen werden verhaftet, darunter auch Manuchehr´s Mutter.Tante, Onkel und Cousine.
September 2005 Manuchehr Mohammadi beendet seinen Hungerstreik und wird aus dem Gefängnis entlassen, um medizinische Hilfe zu bekommen.
16. Januar 2006 Manuchehr Mohammadi wird im Haus seiner Eltern von Sicherheitskräften verhaftet und wieder ins Evin-Gefängnis zurück gebracht. Seine Familie muss 60 Dollar für den Transport bezahlen. Seine Familie wusste nicht, dass die Entlassung auf Zeit abgelaufen war, man hatte ihnen keinen Mitteilung darüber gemacht
September 2006 Manuchehr Mohammadi ist aus dem Iran geflohen: In einem Interview bei Radio Prag erklärte seine Schwester Nasrin Mohammadi, dass ihr Bruder während seines Hafturlaubs Anfang September 2006 geflohen ist und sich jetzt außerhalb Irans aufhält.
November 2006 Manucher Mohammadi befindet sich inzwischen in den USA und hat am 16.11.2006 eine Pressekonferenz im Freedomhouse in Washington abgehalten
Quelle: amnesty international
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