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November 2005
Pakistan: Der Fall Mukhtar Mai – Bestrafung einer Unschuldigen
ai Detmold bat 100 Briefschreiber per Newsletter sich mit einem Appellbrief für sie einzusetzen. Info ai-extern
Obwohl sie unschuldig war, wurde sie von einem Stammesgericht („Jirga“) zur gemeinschaftlichen Vergewaltigung durch vier Männer verurteilt.
Gegen das erlittene Unrecht hat sie Klage eingereicht.
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Mukhtar Mai wird »Frau des Jahres« 2005
Pakistan - Mukhtar Mai aus Pakistan wurde im November in New York mit dem »Woman of the Year Award« des Magazins »Glamour« ausgezeichnet. Sie erhielt 20.000 Dollar für ihr Engagement gegen die Unterdrückung von Frauen. Mit dem Preisgeld will sie die Arbeit ihres Frauenzentrums in Meerwala finanzieren. Als Mai Pakistan verließ, erklärte sie: »Ich bin ein Funke der Hoffnung für Frauen und Mädchen, die vergewaltigt, gekidnappt oder verbrannt wurden. Meine Schule ist ein Ort, an dem ihnen dabei geholfen wird, sich ihrer Rechte bewusst zu werden.«
Die 33-Jährige wurde im Jahr 2002 selbst Opfer eines grausamen Verbrechens. Nach dem Urteil einer so genannten »Jirga«, einem nicht staatlichen, traditionellen Stammesgericht, wurde sie von vier Männern des Matsoi-Stammes vergewaltigt. Die »Jirga« fällte das Urteil als Strafe für das angeblich unsittliche Verhalten ihres kleineren Bruders gegenüber einer Matsoi-Frau. Mukhtaran Mai nahm die Demütigung nicht hin und reichte bei Gericht Klage gegen alle Mitglieder der »Jirga« und die Vergewaltiger ein.
Im Sommer dieses Jahres hatte sie schon einmal versucht auszureisen, doch die pakistanischen Behörden hinderten sie daran. Damals wollte sie auf Einladung von ai und dem »Asian-American Network Against Abuse of Women« in die USA fliegen, um über die Situation der Frauen in Pakistan zu berichten.
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Buchempfehlung:
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Mukthar Mai, Die Schuld, eine Frau zu sein Droemer, 2006 Infos zu Mukthar Mai hier:
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»Um zu kämpfen, musste ich alles verlieren. Meinen Ruf, meine Ehre, alles, was mein Leben ausmachte. Aber ich gebe nicht auf. Was ich will, ist Gerechtigkeit.« »Ich bin die Symbolfigur für eine grausame Realität geworden, die Tausende Frauen betrifft. Doch falls mein Leid dazu beiträgt, etwas in der Welt zu ändern, dann war es das wert.« Mukhtar Mai
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Von einem Stammesgericht zur Massenvergewaltigung verurteilt, erlebte die junge Pakistanerin Mukhtar Mai am 22. Juni 2002 den dunkelsten Tag ihres Lebens. Vier Männer fielen über sie her, ihr Martyrium dauerte eine ganze Nacht. Halbnackt musste sie durch das Spalier der Dorfbewohner nach Hause gehen. Dort angekommen hatte sie nur noch einen Wunsch: zu sterben. Das ist es auch, was von jungen Frauen, die Opfer von »Ehrenverbrechen« werden, erwartet wird. Doch Mukhtar Mai wählte einen anderen Weg: Sie zog vor Gericht. In einem aberwitzigen Kampf mit der Justiz gelang es ihr, ihre Peiniger hinter Gitter zu bringen. Mehr noch: Sie begriff, dass sie kein Einzelfall ist. Jede zweite Frau in ihrem Land wird Opfer von Misshandlungen. Und weil den Frauen der Zugang zu Schule und Bildung versagt ist, wissen sie nicht, für ihr Recht zu kämpfen. Deshalb gründete Mukhtar Mai in ihrem Dorf eine Schule für Mädchen. Damit ihnen das, was ihr geschah, nie passieren wird.
Das aufwühlende Schicksal einer Frau, die vom Stammesgericht ihres Dorfes zur Vergewaltigung durch vier Männer verurteilt wurde, der Schande trotzte, eine Schule für Mädchen gründete - und zur Hoffnungsträgerin im Kampf für Gerechtigkeit und Freiheit wurde.
»Mukhtar Mai ist eine Heldin. Sie erlitt das, was in ihrer Gesellschaft als die größte Schande gilt - und ging daraus als ein Symbol der Tugend hervor. Sie durchlitt lange Jahre der Armut, Misshandlung und Justizwillkür der grausamsten Art - und beeindruckt uns mit ihrem Glauben an die Kraft der Erziehung und ihrer Hoffnung.« / The New York Times
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