E-Mail

kontakt@amnesty-detmold.de
Logo_Kombi_S_HG_RGB02
a_impressum02
X-STAT

   seit 24.11.2005

Letzte Aktualisierung
am 9. März 2010

 

neues_banner_gelb_weiss_sch

Iranischer Oppositioneller hält Machtwechsel für möglich

Der Regimegegner Abdelkarim Sorusch sieht in den Revolutionsgarden die größte Gefahr für sein Land. Trotzdem glaubt er an einen baldigen Machtwechsel. Hier ein Interview, das er am 17.2.2010 mit der ZEIT geführt hat.

Der iranische Oppositionelle Abdelkarim Sorusch hält einen baldigen Machtwechsel in seinem Land für möglich. "Ich bin kein Prophet. Aber ich denke, innerhalb von ein oder zwei Jahren kann etwas Großes passieren", erklärte Sorusch, ein prominenter Religionsphilosoph und Vordenker der Reformbewegung im Interview mit der ZEIT. "Nicht eine Revolution, aber ein Machtwechsel. Jeder, außer der Regierung, gibt zu, dass das Land eine tiefe Krise durchlebt."

Sorusch hält den iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad nicht für das Hauptproblem des Landes: "Die Gefahr ist nicht Ahmadineschad. Er ist eine Marionette der Revolutionsgarden. Wir fordern deswegen in unserem Manifest auch die Zerschlagung ihrer Wirtschaftsunternehmen der Revolutionsgarden."

Die iranische Oppositionsbewegung unter der Führung des früheren Präsidentschaftskandidaten Mir Hussein Mussawi beschuldigt die Regierung, die Präsidentschaftswahlen im vergangenen Sommer manipuliert zu haben. Sie hatte zum Jahrestag der iranischen Revolution am 11. Januar zu Protesten gegen das Regime aufgerufen, an denen allerdings weit weniger Menschen als erwartet teilnahmen.

Die Revolutionsgarden wurden nach der Revolution von 1979 zum Schutz der Islamischen Republik aufgestellt. Heute gelten sie als Pfeiler des islamischen Systems und als wichtigster Rückhalt für den umstrittenen Präsidenten Mahmud Ahmadineschad. Die 125.000 Mann starke Truppe unterhält ein Netz von Firmen, Banken und anderen Einrichtungen und soll auch maßgeblich für das umstrittene Atomprogramm des Landes verantwortlich sein. Zudem spielt die Elite-Einheit der iranischen Streitkräfte bei der Niederschlagung der Proteste von Anhängern der Opposition gegen die umstrittene Wiederwahl Ahmadineschads eine führende Rolle.

Iran steht zudem international unter Verdacht, heimlich für den Bau von Atombomben zu forschen. Kurz vor der Entscheidung über neue UN-Sanktionen gegen Iran hatte die US-Regierung ihren Ton gegenüber der Führung in Teheran verschärft. Außenministerin Hillary Clinton sagte bei einem Besuch im Emirat Katar, die Islamische Republik steuere auf eine Militärdiktatur zu. Hauptakteure seien die Revolutionsgarden, die das iranische Staatssystem zunehmend unterwandern würden.

©Die Zeit, 17.02.10